Samstag, 17. Juni 2017

Baybachklamm und Ehrbachklamm

An einem schönen Wochenende im September starteten wir eine selbst zusammengebastelte Zweitagestour von Gondershausen aus in den Hunsrück, um dann in Morshausen zu übernachten und am nächsten Tag wieder zum Auto zurück zu wandern.
Von den Feldern ging es hinab ins Baybachtal, das sich ziemlich eng und dunkel zeigt. Schön ruhig ist es auch, man hört nur den Bach, es gibt keine Straßen und Wege, nur den schmalen Pfad, den wir fast alleine gingen, obwohl hier auch der Saar-Hunsrück-Steig entlangführt. Es gab Ruinen und kleine Höhlen zu entdecken, bevor wir wieder aus dem Tal zum Murscher Eselsche hochkraxelten. Ein kurzer Regenschauer war noch zu überstehen, und schon trafen wir im Gasthaus ein, was wieder einmal deutsche Provinzgemütlichkeit vom Feinsten bot.
Am nächsten Tag ging es bei bedecktem Himmel weiter Richtung Mosel, wobei wir kurz vor dem großen Flusstal abbogen und einem weiteren Seitental, dem Ehrbach, wieder aufwärts folgten. Hier gibt es am Anfang noch eine kleine Straße, aber bald verengt sich das Gelände und man erreicht die Klamm, wo an einigen Stellen sogar Stege gebaut wurden, um eine einfache Passage zu ermöglichen. Steil steigen wir ein noch kleineres Bächlein auf einem kaum erkennbaren Pfad hinauf, vorbei an einer weiteren versteckten Ruine, denn wir müssen über die Höhen zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Auch wenn es noch einmal regnet und wir die Ponchos überstreifen müssen, verlassen wir etwas wehmütig den Hunsrück, denn es war eine wirklich traumhafte Wanderung in diesen tillen Tälern.

Radwanderung: Sieg - Diemel - Weser - Fulda - Lahn

Und schon wieder eine Radwanderung! Diesmal ging es bei tollem Wetter entlang mehrerer wunderschöner Flusstäler.
Wir starteten mal wieder direkt von der Haustür aus und radelten zunächst die Sieg aufwärts. Nach unserem traurigen Abbruch des Albsteigs und einer weiteren Verletzung, die tagelanger Pflege bedurfte, machten wir uns trotzdem frohen Mutes auf diese Radtour, natürlich mit kiloweise Medikamenten und Verbandmaterial, zumal die frische Verletzung von 2Tall auch noch während der Tour immer wieder neu versorgt werden musste.
Je weiter man von Bonn aus die Sieg flussaufwärts fährt, desto schöner und naturnaher wird der Weg. Nur zwischendurch muss man doch ein paar Kilometer auf die Straße ausweichen, weil der Radweg noch nicht durchgehend besteht. Außerdem wird eine Flussschleife abgekürzt, sodass man schweißtreibend nach Bitzen-Dünebusch hochkraxeln muss, um danach bei der halsbrecherischen Abfahrt die Bremsen zum Glühen zu bringen.
Bereits am zweiten Tag verließen wir die Sieg in Kirchen, um über eine ehemalige Bahntrasse bei angenehm moderaten Steigungen auf die Hügel und hinüber ins Sauerland zu kommen. Dabei fuhren wir sogar durch Tunnel der Bahnlinie, die angenehm kühl waren. Wir erreichten die Biggetalsperre und einen Campingplatz an einem Vorstaubecken in einem Seitenarm. Dort bot sich uns ein seltsames Bild: statt des Sees waren hier nur Schutthaufen zu sehen, denn das Seitenbecken des Stausees wurde gerade "renoviert". Uns egal, wir bauten unser Zelt auf und genossen die Ruhe.
Am nächsten Tag sahen wir nochmals eindrücklich, dass der Biggesee insgesamt ziemlich leer war, was uns später auch beim Edersee auffiel. War der Sommer so trocken gewesen? Wir hatten jedenfalls weiter sonniges warmes Wetter und entschlossen uns, nachdem wir die Ruhr erreicht hatten, am nächsten Tag die Höhenmeter zur Diemelquelle in Angriff zu nehmen, um diesem Flüsschen dann bis zur Weser zu folgen. Der Start bis nach Willingen und weiter nach Usseln hatte es in sich, aber dann kam die Belohnung, denn der Weg an der Diemel hinab war erstens wunderschön, zweitens relativ ruhig und drittens angenehm abschüssig, sodass wir es einfach rollen lassen konnten. Nur am Diemelsee hielten wir an, damit Good Grip einmal reinspringen konnte. (2Tall durfte ja leider nicht wegen seiner Verletzung.) Weiter ging es bis nach Marsberg, wo wir uns ein schönes Hotel und eine Pizza gönnten. Im Hotel war noch ein anderer Radfahrer, der auch gerade sein Fahrrad in die Garage stellte, als wir ankamen, und er hatte zur Begrüßung nichts besseres zu sagen, als dass wir unsere Fahrräder ja wohl mal ein bisschen hätten putzen können, besonders das von 2Tall fand er ziemlich dreckig. Super Kontaktaufnahme, sowas passiert einem auch nur in Deutschland, oder?
Und am nächsten Morgen stellten wir fest, dass so ein Flussradweg auch ohne Vorwarnung ziemlich steile Treppen haben kann, wo man sein Fahrrad hochwuchten muss. Nicht gerade barrierefrei, aber wir wollen ja nicht meckern ;-) Weiter gings bis Bad Karlshafen an der Weser, wo sich nachmittags schon dunkle Wolken zeigten, aber wir fuhren weiter, die Weser hinauf bis nach Gewissenruh, wo wir von unserem Balkon aus einen weiten Blick über das Wesertal hatten und das hereinbrechende Unwetter aus sicherer Position bewundern konnten. Glück gehabt!
Am Morgen darauf zeigte sich wieder ein wolkenloser Himmel, und wir strampelten bis zum Beginn der Weser und weiter die Fulda flussaufwärts. Der Plan war jetzt klar: Es sollte von der Fulda dann die Eder flussaufwärts bis zu ihrer Quelle gehen. Es war weiter sehr heiß, und der Edersee war genauso fast leer wie der Biggesee. Wir ließen die übervollen lauten schattenlosen Campingplätze am Edersee links liegen und folgten einem Seitental mühsam bergauf, um in Sachsenberg eine ruhige kühle Unterkunft zu finden.
Nach weiteren schönen Radwegen, unter anderem auch wieder mal auf ehemaligen Bahntrassen, erreichten wir die Ederquelle. Diese Gegend ist etwas Besonderes, denn hier finden sich im Umkreis von wenigen Kilometern auch die Quellen von Sieg und Lahn. Nun also die Qual der Wahl: Welchem Rinnsal sollten wir stromabwärts folgen? Wir entschieden uns für die Lahn und genossen so noch einmal wunderschöne Fahrradkilometer, die wir nur ein bisschen mit dem Zug abkürzten, da wir den unteren Teil der Lahn ja schon von unserer letzten Tour kannten. Schließlich setzen wir uns dann in Koblenz endgültig in den Zug zurück nach Bonn, da die Sommerferien sich leider dem Ende zuneigten und wir wieder nach Hause mussten.
Fazit dieses Sommers damals: Zwei schöne Radwanderungen, eine abgebrochene Wanderung, zwei nervige Verletzungen, viel Glück mit dem Wetter!

Radwanderung: Ahr - Kyll - Eifel

Und schon wieder sind wir fremd gegangen und haben die Wanderschuhe gegen das Fahrrad eingetauscht! Hat sich aber gelohnt, wie wir finden.
Dank des Klimawandels herrschen ja nun auch im Winter teilweise recht angenehme Temperaturen in Deutschland. Wir waren jedenfalls überrascht, dass die Wettervorhersage für den Jahreswechsel teils milde 15 Gard prognostizierte. Also suchten wir uns eine schöne Strecke durch die Eifel aus, sodass wir dann an Silvester die Mosel erreichen würden.
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir zu Hause los und hinunter zur Ahr, der wir flussaufwärts folgten, um dann für die letzten Kilometer steil aufwärts nach Wershofen zu klettern. Natürlich kamen wir dabei ins Schwitzen, aber dafür war natürlich die Abfahrt am nächsten Morgen zurück hinunter ins Ahrtal etwas kühler. Während wir am ersten Tag wirklich wie an einem warmen Frühlingstag in der Sonne unterwegs gewesen waren, zeigte sich der zweite Tag wolkig, grau und etwas kühler, aber immer noch angenehm. Wir verließen nach einigen Kilometern die Ahr und fuhren zunächst auf einer ehemaligen Bahntrasse und später sogar ein Stückchen auf dem Eifelsteig weiter bergauf, um dann schließlich am Kriminalhaus in Hillesheim vorbei über die Höhen nach Prüm zu gelangen. Dabei hilft uns immer wieder die hervorragende Routenplanung von "Brouter", die man mit ein bisschen Gefummel auch als Plugin in eine Karten-App auf dem Handy einbinden kann. So fanden wir einen Weg, der mit den sanftesten Steigungen über schöne Nebenstraßen auf den niedrigsten Übergang zwischen den Eifeltälern führte. Wunderbar, davon hätten wir früher nur träumen können, als wir mit Papierkarten unterwegs waren!
In Prüm zeigten sich die Leute im Hotel einigermaßen überrascht, dass jemand um die Jahreszeit mit dem Fahrrad durch die Gegend gondelt, aber es gab ja abends warme Duschen, und so konnten wir danach gemütlich essen und sogar zum Ausklang noch etwas Billard spielen. Nur am nächsten Morgen waren plötzlich die Duschen nicht mehr warm, was die anderen Gäste mehr ärgerte als uns.
Leider folgte nun der unangenehmste Teil dieser Radtour, denn wir mussten bei Regen die ersten Kilometer recht steil aus dem Prümtal heraus klettern. Bald war es jedoch wieder trocken und wir folgten dem schönen Kylltalradweg. Aber an einer Stelle zwischen Feldern, wo der Radweg eine scharfe Kurve hatte und mit Schlamm und Nässe überzogen war, passierte es: 2Tall rutschte mit dem Fahrrad weg und konnte sich nur mit Mühe abfangen, wobei der Rahmen fiese Schürfwunden an seinem Schienbein hinterließ. Autsch! Außerdem schlug der Lenker dann doch auf dem Boden auf und war leicht verbogen, insgesamt war es aber ein Glück, dass nichts schlimmeres dabei passiert ist.
Langsam und vorsichtig fuhren wir weiter Richtung Bitburg, und schon bald zeigte sich sogar wieder die Sonne. Wir entschieden uns, die Kyll zu verlassen und lieber über die sonnigen Höhen Richtung Mosel zu radeln, und das war klasse. Nur am Ende zog sich die Strecke ein wenig und bei der Abfahrt zurück ins Kylltal war es dann doch schon ein bisschen schattig.
Kein Problem, wir hatten ja unser Hotel vorgebucht, es lag fast direkt an der Mosel und hatte ein schönes mittelalterliches Flair. Während wir uns nach der heißen Dusche auf den Weg in die Pizzeria machten, gab es im Hotel ein feierliches Silvester-Menü, bei dem lauter aufgetakelte Herrschaften saßen. Unsere Parallelwelt der Funktionsshirts und Packtaschen sieht doch etwas anders aus.
Den Jahreswechsel hätten wir dann fast verschlafen, wenn uns nicht die Knaller und Raketen von der Uferpromenade geweckt hätten.
Am nächsten Tag konnten wir den Müll der Silvesternacht noch "bewundern", als wir uns auf den Weg zurück ins Kylltal machten. Wir folgten der Bahnstrecke und hatten an diesem grauen Neujahrstag die Welt dort fast für uns allein. Wir mussten noch zwei knackige Steigungen überwinden und die folgenden Abfahrten meistern, weil der Kylltalradweg zwischenzeitlich das Flussufer verläßt, um Schleifen abzukürzen, aber dann stiegen wir in Mürlenbach in den Zug, um zurück nach Hause zu kommen. Bizarres Detail zum Abschluss: An diesem Bahnhof muss man tatsächlich dem Zugführer zuwinken, um zu signalisieren, dass man mitfahren möchte, sonst hält der Zug nicht an!
Fazit: Gelungenes Kurz-Abenteuer in der wunderbaren Eifel zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit.

Montag, 1. Mai 2017

Albtraum Albsteig

Nein, der Albsteig ist nicht grundsätzlich ein Albtraum, nur für uns ist die Wanderung leider nicht ganz so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Denn nach einem wunderschönen ersten Tag mussten wir leider am Nachmittag des zweiten Tages unseren Trip abbrechen, weil sich Good Grip an der Hüfte verletzt hatte.
Wir starteten in Tuttlingen an einem super heißen Sommertag und mussten natürlich erstmal auf die Alb rauf, sodass uns bald das Wasser ausging. Wir hatten gehofft, dass wir in Rußberg unsere Flaschen auffüllen können, und wir wurden nicht enttäuscht. Zuerst sah es zwar aus, als wenn das Gasthaus geschlossen wäre und auch sonst war kein Mensch zu sehen, aber dann zeigte sich, dass wir Glück hatten, denn gerade wollten die Betreiber des Gasthauses wegfahren, jedoch waren sie sofort bereit, uns Wasser zu geben. Danke!
So schafften wir es weiter nach Risiberg, wo wir einkehrten und erstmal etwas essen mussten, schließlich darf man solche Gelegenheiten nicht ungenutzt verstreichen lassen auf einer Wanderung. Das Wetter sollte auch noch weiter halten, und wir beschlossen, heute noch bis zum Flughafen Klippeneck zu gehen, um dort nach einer Unterkunft zu suchen. Vorbei am häßlichen Steinbruch, über riesige Wiesen, die voller Mäuselöcher waren, und immer wieder mit tollen Fernblicken erreichten wir schließlich nach über 20 Kilometern das Klippeneck. Dort kann man im Fliegerheim tatsächlich auch günstig übernachten, wenn nicht gerade eine Veranstaltung stattfindet.
Abends gab es eines unserer Tütengerichte, denn die hatten wir ja schließlich mitgeschleppt, und eigentlich hatten wir ja auch geplant, im Zelt zu übernachten. Aber es stellte sich heraus, dass die über 20 Kilometer für unsere untrainierten und etwas betagten Knochen und Gelenke zu viel waren. Wir waren einfach zu euphorisch an die ganze Sache herangegangen, denn Good Grip hatte Schmerzen in der Hüfte, die auch über Nacht nicht weg gingen und im Laufe des zweiten Tages immer schlimmer wurden. So konnten wir die schöne Landschaft gar nicht mehr so genießen und nachdem für Good Grip jeder Schritt zur Qual wurde, ließen wir uns nach kurzer Überlegung von Ratshausen aus per Taxi zum Krankenhaus nach Balingen kutschieren.
Die bittere Erkenntnis: Die Belastung war einfach zu hoch gewesen für den Anfang, und die schmerzhafte Reizung an der Hüfte würde nur durch viel Ruhe wieder besser werden. Damit war unsere Wanderung auf dem Albsteig leider zu Ende, und wir zogen als Lehre, dass wir in Zukunft alles etwas langsamer angehen lassen müssen, und uns dann erst nach und nach in der Belastung steigern können, wenn wir nach langer Pause wieder längere Wanderungen machen wollen. Ab Mitte vierzig gehts leider bergab...
Wir boten wohl ein seltsames Bild, als wir vom Krankenhaus zur Bushaltestelle gingen: 2Tall mit zwei Rucksäcken (einer vorne, einer hinten), und Good Grip mit Krücken humpelnd, aber irgendwie fanden wir es doch gemein, dass ein vorbeifahrender Radler lauthals über uns lachte. Vielleicht ein besoffener "Musikfan" vom zeitgleich in Balingen stattfindenden "Bang your head" Festival?
Per Bus, Bahn und Taxi zurück zum Auto in Tuttlingen und mit dem Auto bis spät nachts zurück nach Hause - das wars dann mit dem Albsteig für uns. Eine böse Enttäuschung, an der wir noch ein paar Tage zu knabbern hatten. Als Alternative machten wir dann nach ein paar Tagen Erholung und ein paar Arztbesuchen eine weitere Radwanderung, aber davon mehr im nächsten Blogpost.

Sonntag, 23. April 2017

Radwanderung: Rhein - Lahn - Main - Tauber - Altmühl - Donau

Skandal! "Ein Jahr wandern" geht fremd - und fährt Fahrrad! Oder zählt etwa das "Radwandern" auch als wandern? Wie auch immer, wir hatten beschlossen, im Sommer mal mit dem Fahrrad eine längere Tour zu machen.
Wir starteten von Bonn aus den Rhein hinauf, und es hatte definitiv was, dass wir da einfach mit den Rad von zu Hause aus losfahren konnten, ohne erst irgendwelche anderen Verkehrmittel zu benutzen. Am ersten Tag, der schon richtig heiß war, erreichten wir Koblenz. Wasserverbrauch war bei mir (2Tall) über 8 Liter pro 100 km, obwohl wir ja immerhin den Fahrtwind hatten. Wir hielten während dieser Tour überall, wo es ging, um unsere Wasserflaschen aufzufüllen oder sonstwie ein kaltes Getränk zu bekommen. An der Lahnmündung fanden wir ein kleines Hotel, aber wir konnten kaum schlafen, weil es so heiß war. Wir legten uns immer wieder Handtücher, die wir mit kaltem Wasser getränkt hatten, auf den Körper, aber es half fast nichts.
Am nächsten Tag radelten wir die Lahn hinauf, und es gab einige wunderschöne Abschnitte. Am besten gefiel uns der Teil, wo man eigentlich nicht radeln soll, weil es direkt am Ufer nur einen schmalen Pfad gibt, aber wir waren nicht die einzigen Radler, die sich hier durchschlugen, denn wer hat schon Lust, auf der Straße aus dem Tal zu klettern (was der offizielle Weg gewesen wäre). Gerade in dem Teil des Tals, wo es keine Straße gibt, ist es doch am ruhigsten und schönsten. Das fand auch die Entenfamilie, die sich direkt mit Good Grip anfreundete...
Wir verließen dann irgendwann durch das Seitental des Flüsschens Weil die Lahn und überquerten den Taunus, um an den Main zu kommen. Wir hatten Glück und fanden sogar ein bezahlbares Zimmer mit Klimaanlage, auch wenn Good Grip zunächst vom Personal recht unfreundlich empfangen wurde. Wer weiß, vielleicht lag es am verschwitzten, abgerissenen Aussehen? ;-)
Auch am Main hatten wir weiter Glück mit dem Wetter, es war zwar höllisch heiß, aber wir waren abends rechtzeitig im Hotel, um das Unwetter mit Starkregen aus dem trockenen Zimmer zu beobachten. Wir erreichten schließlich unser nächstes Zwischenziel, das romantische Taubertal, das seinen Namen wahrlich verdient hat. Auch Rothenburg ob der Tauber war sowas von romantisch, und die einheimischen Hotelbediensteten waren uns ebenfalls auf Anhieb sympathisch, denn sie duzten uns direkt und gaben ihre Vorurteile über Norddeutsche zum Besten...
Heiß wars immer noch, und so fuhren wir weiter über ein paar kleine Hügel hinüber zur Quelle der Altmühl, der wir dann komplett bis zur Mündung folgten. Hier erwischte uns zwar doch noch ein halber Regentag, aber abends in Eichstätt war schon alles wieder trocken. Nur waren wir etwas erschöpft und mussten uns am Buffet des örtlichen China-Restaurants wieder aufpäppeln, bevor wir dann in einer urig-bayerischen Pension einschliefen.
In Kelheim "gönnten" wir uns mal eine Nacht in der Jugenherberge und durften die üblichen Erfahrungen machen: Erstens gibt es zur Jugendherberge schließlich am Ende zu guter Letzt immer den finalen Schlussanstieg, zweitens gibt es immer eine Gruppe, die irgendwie die ganze Zeit lärmt und nervt, und drittens fühlt man sich im Speisesaal einer Jugendherberge doch sofort wieder ca. 30 Jahre zurück versetzt.
Am nächsten Morgen bestiegen wir samt Fahrrädern ein Schiff, das uns durch den Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg brachte, von wo aus wir noch eine gewisse Strecke die Donau entlang gondelten. Dieser Abschnitt war aber zeitweise recht langweilig und wurde nur durch bizarre Bahnübergänge aufgepeppt, wo die Schranken nur nach Anforderung und halbstündigem Warten aufgehen... und über die lange Bahnfahrt von Donauwörth nach Bonn und die Unfähigkeit der deutschen Bahn, die Fahrradbeförderung sinnvoll zu organisieren, schweigen wir hier besser.
Fazit: Eine Radwanderung ist auch eine Wanderung und eine gute Alternative zu den üblichen Wanderschuhen!